Beste Tipps für beste Körper

Dass viele Menschen einen großen Teil ihres Tages damit verbringen, zu sitzen und auf Bildschirme zu starren, haben sich die Erfinder:innen vermutlich anders gedacht. Höchste Zeit für Gegenmaßnahmen! Zum Glück gibt es das Internet. Darin lernst du, wie du dich auch nach acht Stunden Büro plus Überstunden noch knackfrisch fühlst. Aber ach, wenn es doch nur nicht so aufwändig wäre! Hier kommen 10 transformierte Tipps von viel bis gar keine Anstrengung.

[Standard] In der Mittagspause 100 Runden um den Block joggen.
[Transformiert] Morgens im Halteverbot parken und mit einem Kurzschluss den Aufzug lahm legen. Anschließend alle 15 Minuten das Treppenhaus hoch und runter rennen, um zu gucken, ob schon ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer klemmt. Keine Dusche im Büro? Das ist schlecht.

Zumba! Kaum zu glauben, dass das 2021 immer noch erlaubt ist.

Rumba! Na, erinnerst du dich noch an deinen ersten und gleichzeitig letzten Tanzkurs? Frei nach dem Motto ›intim im Team‹ werden hier vor allem Hüftschwung und zartes Erröten der oberen Wangenpartien trainiert. Klatsch und Tratsch gibt’s kostenlos dazu. Kann man machen, kann man lassen. Tanz’ mit Freunden zu Musik im Park. Geht auch.

Kennst du diese 500 Gramm schweren MiniHanteln? Das ist aber sowas von 2010, Leute!

Jemand sollte für das anstehende Firmenjubiläum mal die 278 schweren Aktenordner im Archiv durchgehen, um daraus ein Best-of zusammenzustellen. Freiwillige vor!

Yoga. Das Geräusch reißender Anzughosen.

Augen-Yoga. Ein schwacher Rücken kann doch auch entzücken. Beim Klassiker fahren die Glubscher von links nach rechts wie ein sehr langsamer Scheibenwischer und dann noch eine Runde im Riesenrad. Im Sommer sorgen Fliegen oder Wespen im Büro für Abwechslung. Schielend blinzeln und im 180-Grad-Radius alles sehen ist der neue Sonnengruß.

Keine Lust auf Sport und zu viel Personalbudget
übrig? Bei der mobilen Massage kommen Mas-
seur:innen einfach kurzerhand samt Equipment
ins Büro, um Nacken, Rücken und Geldbeutel zu
entsaften.

Die Steine des letzten ›Lego Serious Play‹-Workshops waren viel zu teuer, um sie in der Schublade zu lassen. Die Steine wohl dosiert über den Boden verstreuen und dann hinlegen. Vorher einen Stapel Schmierpapier in den Mund stecken, um die Schreie zu ersticken.

transform No 7 Crowdfunding
Dieser Text ist Teil unserer siebten Ausgabe. In der geht es um Körper in all ihren Formen und Farben, das Recht auf Selbstbestimmung, den Körper als Waffe und warum spritzende Vulven eine politische Dimension haben.
Den Standard-Drehstuhl ›Hattefjäll‹ von ›IKEA‹ gegen einen farbenfrohen Sitzball aus Gummi tauschen. Bestens geeignet für die Gymnastik zwischendurch!

Warum ein großer Ball, wenn du ganz viele Bälle haben kannst? Im ›IKEA‹ soll es auch ein Bällebad geben, das sollte sogar für ein paar den Rücken stärkende Schwimmbahnen ausreichen. Ansonsten ab zu ›McDonald’s‹

Neben dem Rücken wird auch die Hand dank ewiger Jagd mit dem Büromaus-Speer stark beansprucht. Um Krämpfen vorzubeugen, täglich fünf Minuten kräftig den Stressball mit dem zerknautschten Gesicht durchkneten.

Für jeden modernen Quatsch gibt es auch immer ein altbewährtes Hausmittel aus der Zeit von Oma und Opa. In diesem Fall können wir das Teigkneten sehr empfehlen. Der große Vorteil daran ist, dass die Pause länger als fünf Minuten dauert, denn der Teig an den Fingern muss natürlich auch noch gegessen werden. Auch als Gruppenübung bestens geeignet.

Zur gesunden Work-harder Balance gehört viel Trinken. Der Körper besteht schließlich zur Hälfte aus Wasser! Der Lieferdienst bringt regionales Sprudelwasser in Glasflaschen abgefüllt bis zur Tür, beim Bücken zum Kasten auf den geraden Rücken achten!

Nirgendwo sonst gibt es so reichhaltiges Lei(s)tungswasser wie in Deutschland, also einfach die teure Designer-Glasflasche aus dem Biomarkt mitbringen und immer fleißig ›Rohrperle‹ nachschenken. Positiver Nebeneffekt: Je mehr du trinkst, desto öfter kannst du einen Sprint zur Toilette einlegen.

Um es sich in den Überstunden gemütlich zu machen und keine Freizeit zu vermissen, das sterile Bürolicht gegen eine Tageslichtlampe tauschen.

Statt bis abends auf künstliches Tageslicht zu warten, sich einfach an die letzten existierenden Rauchergruppen hängen, und in jeder ihrer Pausen eine frische Dosis natürlicher Sonne und Luft genießen – logischerweise mit etwas Abstand zur Rauchergruppe. Der nahende Sonnenuntergang ist dann auch ein gute Erinnerung, Feierabend zu machen.

Wie nennt man ein schwarzes Nudelsieb im Brillengestell? Richtig: Rasterbrille. Damit sollen die Sehschärfe erhöht und der Nacken entspannt werden.

Zuletzt ist leider sogar der gute alte Mittagsschlaf als ›Powernap‹ im Narrativ der Leistungsgesellschaft aufgegangen. Egal, hau dich trotzdem öfter mal aufs Ohr und iss eine Möhre.

Text: Jonas Mayer & Gregor Bräuning
Bild: Pierpaolo Riondato & Tony Hand on Unsplash

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