Die Sonne scheint auf alle Menschen

Vielen wollen sie, einige blockieren sie, immer mehr nehmen sie selbst in die Hand: Solarenergie in den Städten und Dörfern. So wird das was mit der Solarwende für alle.

Unser Heimatstern, die Sonne, schickt jährlich 900 bis 1200 Kilo­wattstunden pro Quadratmeter nach Deutschland – und das noch für die nächsten zehn Milliarden Jahre. Das ist eine ganze Menge Energie. Ein mittelgroßer Kühlschrank verbraucht 150 bis 250 Kilowatt­stunden im Jahr. » Und dieser Kühlschrank muss, wie alle Geräte, mit er­neuerbaren Energien betrieben werden «, so Christian Gutsche. Der pro­movierte Physiker forschte lange Zeit an Solarzellen und Batterien, stieg dann aber aus der Wissenschaft aus. Heute bietet er Workshops zu Kli­makommunikation an und engagiert sich beim › Bremer SolidarStrom ‹. Der Verein macht Solarzellen, genauer: Photovoltaikmodule für die Stromerzeugung, bekannt – auch bei Menschen die sich bisher nicht an erneuerbare Energien herantrauten.

» Wir planen und installieren große und kleine Solaranlagen gemein­schaftlich, auf dem Dach, am Balkon oder auch an der Hauswand «, so der Physiker im Blaumann. Der Selbstbau­Ansatz der Bremer ist beliebt. Täg­lich geht mindestens eine Anfrage bei dem Verein ein. Viele würden ihr Dach gerne zum Sonnenkraftwerk umbauen, haben aber viele offene Fra­gen im Kopf. Sie wurden von Solarmonteur:innen vor langen Wartezei­ten gewarnt oder gar komplett abgelehnt. » Der Fachkräftemangel ist ein riesiges Problem – und hausgemacht. « Die politischen Rahmenbedingun­gen ändern sich in der Branchen laufend, als aber vor zehn Jahren die För­derung endete, wurde zehntausenden Beschäftigten in der Solarbranche gekündigt. Diese Jobs wurden dann in Asien geschaffen.

Während die 20.000 Beschäftigten in der Braunkohleindustrie viel Aufmerksamkeit erfuhren, fand der enorme Verlust an Solarjobs kaum Beachtung. Als die Bundesregierung den Solarausbau 2013 ausbremste, wurde 70.000 von 110.000 Menschen gekündigt. Das sind die Fachkräfte, die heute fehlen.

» Damals wurden Solarfirmen teils penibel abgebaut, in China aufgebaut und dann noch zehn Mal kopiert «, ergänzt Bernhard Siegel, wissenschaft­licher Mitarbeiter der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Für die globale Energiewende ist es zwar egal, wo die Zellen her­gestellt werden, auch werden sie in China für einen Bruchteil der Kosten in großer Masse hergestellt, doch der Etablierung der Sonnenenergie in Deutschland war die Solar­Deindustrialisierung nicht gerade zuträglich. Hierzulande beschäftigte man sich seitdem vor allem mit dem bekanntlich stockenden Ausbau der Windkraft. » Das Erneuerbare­Energien­Gesetz (EEG) wurde damals zu einem Kohle­Erhaltungs­Gesetz umgeschrieben «, so Siegel. » Wer Solarstrom produziert und direkt vor Ort verbraucht, musste darauf die Abgabe zur Förderung der Erneuerbaren Energien zahlen, die sogenannte Sonnensteuer. Kohlekraftwerke hingegen müssen diese Umlage für den Strom, den ihre Pumpen direkt verbrauchen, nicht zahlen. « Der HTW­Wissenschaftler weist auf weitere Solar­Hemmnisse hin: zu niedrige Zubauziele und Einspeisevergütung, überbordende Re­gulierungen. » Wer Strom nicht nur alleine verbraucht, wird Energiever­sorger. Dafür reicht es schon, der Nachbarin Solarstrom für das E­Auto zur Verfügung zu stellen. «

In Baden-Württemberg wurde 2022 die Solardachpflicht für Neubauten eingeführt, zunächst für gewerbliche Bauten und Parkplätze, dann auch für Wohn-Neubauten. Andere Bundesländer planen Ähnliches ab 2022 oder 2023. Manche Kommunen haben diese Pflicht bereits eingeführt.

Doch immer mehr Autos wollen mit Strom geladen und ganze Städte kli­maneutral werden: » Erneuerbare Energien in der Stadt, das heißt auf­grund der Flächenverfügbarkeit vor allem Solar «, so Siegel. » Berlin will so schnell wie möglich 25 Prozent des Stromverbrauchs mit der Sonne er­zeugen. Momentan haben wir nicht einmal ein Prozent. « Die Hauptstadt hat daher die Installation von Solarzellen bei Neubauten ab 2023 zur Pflicht gemacht. Andere Bundesländer planen ebenfalls eine solche Solar­pflicht. Doch eine Pflicht für Neubauten reicht nicht. Schließlich überwie­gen in den Städten die Bestandsgebäude – und die sind sehr unterschied­lich bewirtschaftet. » Im Gegensatz zur Sonne müssen wir die Gebäude unterscheiden: Ist das Haus in öffentlichem oder privatem Besitz, wird es gewerblich oder für Wohnraum genutzt? Hier liegen die Hebel, aber auch Hemmnisse für die Solarkraft « , so der Wissenschaftler Siegel.

Wer mie­tet, hat kaum einen Einfluss auf die Haustechnik und Energieversorgung. Wer vermietet, dem sind die Versorgungskosten teils egal, denn diese zahlen schließlich die Mieter:innen. Manche Mieterparteien, wie Schu­len, bekommen diese Kosten pauschal bezahlt – und zeigen daher oft kaum Interesse, Energie einzusparen oder erneuerbar zu erzeugen. All diese Interessenskonflikte sorgen für Stillstand auf unseren Dächern. » Selbst wenn ein Gebäude dem Staat gehört, kann es zu solchen Interes­senkonflikten kommen. Der Berliner Bezirk Pankow etwa hat alle eige­nen Gebäude an das Land Berlin abgegeben und muss nun selbst mieten «, ergänzt Bernhard Siegel.

Und so kommt es, dass in den Vorstädten Solaranlagen auf den Dächern von Eigenheimen funkeln und die meisten Dächer der Mietshäuser wei­terhin rötlich­grau kahl erscheinen. Besonders schwierig wird die Instal­lation von Solaranlagen, wenn die Mietwohnungen vielen einzelnen Ei­gentümer:innen gehören – die noch dazu häufig nicht in Berlin leben, sondern die Wohnungen als Kapitalanlage in der Hauptstadt betrachten. Problematisch sind auch die abgeschrägten und verwinkelten Dächer alter Mietshäuser. Oft sind nur kleinteilige Flächen für Solarenergie geeignet.

Terrassen- und Balkon-Kraftwerke

Ganz anders der Balkon: Er steht frei und wird zudem meist sonnig plat­ziert. Auch dort setzen Christian Gutsche und sein Team an. » Wir bauen Balkonmodule an die Brüstungen. Die sind schnell angebracht und im Ge­gensatz zu solchen auf dem Dach gibt es weder Bürokratie noch aufwendi­ge Planung. « Die Bremer verkaufen die Module für wenige Hundert Euro. Das ist etwas teurer als manche Pakete von Onlineshops, dafür sind Bera­tung und ergänzende Geräte wie der Wechselrichter inbegriffen. Dieser wandelt den Gleichstrom des Photovoltaikmoduls in häuslich nutzbaren Wechselstrom um.

Der › Bremer SolidarStrom ‹ betreibt auch ein Gemein- schaftsbüro und das Café Sunshine, bei dem Gäste eingeladen sind, so viel zu zahlen wie sie wollen.

Für Gutsche gibt es zahlreiche gute Gründe für solche Balkonkraftwerke: » Wir brauchen jede Fläche für die Energiewende und dank effizienter Zellen bringen auch die kleinen Module gut was ein. Die Möglichkeit, selbst und gemeinschaftlich etwas zu schaffen, sorgt für Selbstbefähigung. Außerdem sind Solaranlagen die beste Werbung für noch mehr Solaranlagen! «

Dieser Text ist Teil unserer achten Ausgabe. In der geht es um Schmutz und Sauberkeit in allen gedanklichen Dimensionen, Phantasien, Putzkollektive und Lösungen für einem saubere Umwelt. Abgerundet wird das Ganze mit Tips für das Gute Leben, garniert mit einem Spritzer Rebellion.

Er ergänzt: » Tatsächlich inspirieren sichtbare Solarmodule Passant:in­nen dazu, ebenfalls Strom selbst zu produzieren. Über ein Balkonmodul ist das ziemlich einfach. « Technisch gesehen ist es ein elektrisches Haus­haltsgerät, keine Anlage. Solche Balkonkraftwerke sind demnach nur für den Eigengebrauch gedacht. Sie versorgen den eigenen Haushalt mit Öko­strom und sparen laut › Bremer SolidarStrom ‹ im Jahr knapp 75 bis 100 Euro Stromkosten ein. Es dauert also ein paar Jahre, bis die Investitionskos­ten drin sind. Dafür beträgt die Lebensdauer über 30 Jahre. Die energeti­sche Amortisierung erfolgt innerhalb eines Jahres. Dann ist die Energie, die für die Produktion des Moduls notwendig war, klimaneutral erzeugt.

Im Gegensatz zu größeren Solaranlagen fällt beim Balkonmodul weniger Papierkram an: » Das Modul muss nicht beim Marktstammdatenregister angemeldet werden. Der Stecker passt in eine normale Steckdose. Daran könnte übrigens auch ein Baby rumnuckeln, da passiert nichts «, so Chris­tian Gutsche. Dass der Bremer Solar­Aktivist ein Baby anführt, ist kein Zufall. Verschiedene Lobbygruppen haben in der Vergangenheit Stim­mung gegen die Balkonkraftwerke gemacht. Zu gefährlich sei diese, gera­de für die Kleinsten, behaupteten sie. Noch heute bestehen einige Netzbe­treibende auf eine spezielle Einspeise­Steckdose, die ein:e Elektriker:in installieren muss. Planer:innen vieler Städte wiederum behaupten, der Balkonglitzer sei hässlich. Und so haben Lobby­Interessen und ästheti­scher Geschmack dazu geführt, dass es in Deutschland viel weniger Bal­konmodule gibt als in vielen Nachbarländern.

Berlin verkaufte die Konzession, das Stromnetz zu betreiben, an eine Vattenfall-Tochter. Im Prinzip blieb das Stromnetz in öffentlicher Hand. Vattenfall gehört dem schwedischen Staat. Als die Konzession auslief, vergab Berlin diese an ein eigenes, staatliches Unternehmen, nachdem 600.000 Berliner:innen für eine Rekommunalisierung stimmten. Vattenfall klagte. Das Verfahren zog sich über Jahre und wurde schließlich zugunsten des Berliner Senats und seiner Tochter abgeschlossen.

Der HTW­Wissenschaftler Siegel besitzt eines dieser Module. Er konnte neben seiner Forschung ganz praktische Erfahrungen mit dieser Form dezentraler Versorgung machen: » Nur wenige Netzbetreibende fordern einen speziellen Stecker. Die meisten wollen aber von der Nutzung erfah­ren und den Stromzähler überprüfen. « Denn dieser darf sich nicht rück­ wärts drehen, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird. Gelöst wird dies über eine Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler. Immer­ hin: Einige Betreibende erklärten bereits, dass sie diese Vorkehrung nicht für notwendig halten. Schließlich ist die Strommenge, die im Zweifelsfall (unvergütet) eingespeist wird, sehr übersichtlich. Ein Haushalt kann ein Zehntel oder mehr des Eigenbedarfs mit Solarstrom vom Balkon decken, für die Netzbetreibenden ist ein Einspeisen allerdings kaum eine Gefahr für die Netzstabilität. » Ob ein:e Netzbetreiber:in den Ausbau der Erneu­erbaren Energien blockiert oder befeuert, ist bestenfalls in der Hand der Bürger:innen « , sagt Siegel. » In Berlin dachte die Politik, dass es ja be­stimmt eine gute Idee ist, wenn eine andere Kommune die Gewinne aus dem Geschäft einfährt. Nun ist der Netzbetrieb glücklicherweise wieder rekommunalisiert. «

Probleme lassen sich nicht wegkaufen. Protest!

Doch allein das Vorderhaus in der Voigtstraße zählt elf Wohnungen. Damit bleiben acht Einzeleigentümer:innen – mit sehr unterschiedlichen Interessen. » Manche wollen uns rausekeln; andere verkaufen – die schicken dann oft eine Makler:in. « Die inseriert und dann kommen die typischen, überlaufenden Wohnungsbegehungen. » Eine Maklerin lud gleich einen schlecht schauspielernden Freund ein, der vor den anderen die Wohnung anpries und betonte, dass das soziokulturelle und solidarische Umfeld sich gefälligst andere Orte suchen sollte «, berichtet Anouk. » Es kamen auch schon Vertreter großer Immobilienfirmen, die gleich so richtig zuschlagen wollten. Witzig war kürzlich der Praktikant, der das hier alles cool fand und Fotos machte – und dafür von seinem Immobilienhai-Chef gemaßregelt wurde. «

Neben dem Netzbetreibenden müssen Mietende auch ihre Vermietenden fragen. Zwar wiesen in Stuttgart und Wunsiedel Gerichte bereits Klagen von Hausbesitzenden ab, die den Rückbau von solchen Solarmodulen ver­langten. Die Fälle lassen jedoch nicht auf generelle Regelungen schließen.

Small is beautiful?

» Oft beginnt es mit einem Balkonmodul – hört da aber nicht auf! «, berich­tet Gutsche. » Söndra zum Beispiel installierte zunächst mit ihrem Bruder ein Modul, begann dann, sich bei uns im Team zu engagieren und wurde kürzlich Nachhaltigkeitsbeauftragte des Tierfutterherstellers, bei dem sie seit Ewigkeiten arbeitet.« Für den Bremer Solar­Aktivisten bringt die gemeinsame Solar­Installation Selbstbefähigung und schlichtweg Son­nenkapazität. » Wenn wir uns eine Welt wünschen, die solidarischer und kooperativer ist, dann sollten wir positive Erlebnisse schaffen, uns gegen­seitig inspirieren und weitermachen. Außerdem brauchen wir jede Kilo­wattstunde Sonnenenergie. «

Tatsächlich sind die Strombedarfsprognosen enorm. Die Bundesregie­rung geht inzwischen nicht mehr davon aus, dass wir 520 Terawattstun­den (TWh) im Jahr 2030 verbrauchen, sondern 715 TWh. Zum Vergleich: Brasilien verbrauchte 2020 mit einer zweieinhalb mal so großen Bevölke­rung 530 TWh. E­Autos, elektrisch betriebene Wärmepumpen, die Indus­trie: Alle brauchen mehr und mehr Strom und der muss durch erneuerba­re Energien bereitgestellt werden, um gleichzeitig die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.

» Alle können und sollten etwas tun «, findet Bernhard Siegel, » Gewerbe­treibende sollten ihre Dachflächen verpachten, die Industrie selber bau­en und betreiben. Dass beim Eigenheim Photovoltaik immer noch kein Standard ist, ist eigentlich eine Frechheit «, ergänzt er. » Wir wissen nicht, wie das EEG in drei Jahren aussieht, aber Sonnenenergie wird sich eher mehr als weniger lohnen, erst recht wenn Heizung und Auto elektrifiziert sind. « Mietende sollten sich seiner Meinung nach zusammenschließen und die Vermietenden drängen. Diese können wie auch größere Woh­nungsunternehmen der Einfachheit halber ihre Dachflächen an Solarenergie­Produzenten vermieten. » Spannend ist auch der Ansatz vie­ler Wohnungsgenossenschaften, die Solaranlagen selber zu betreiben und ihren Mietenden günstigen Solarstrom anbieten und teilweise sogar schenken «, berichtet Siegel.

Christian Gutsche ist neben seiner Tätigkeit für den › Bremer Solidar­ Strom ‹ Vorstand einer Genossenschaft, die keine Wohnungen, sondern Solaranlagen errichtet – und händeringend auf der Suche nach neuen Flächen ist. » Geld ist nicht das Problem. Die Dächer fehlen. « Seiner Be­schreibung zufolge scheitern Solaranlagen auf Mehrparteienhäusern oft an der gesetzlichen Bürokratie, Gewerbetreibende haben oft nicht den Kopf für solche Projekte, kommunale Träger wiederum sind zu langsam. » In Bremen hat der kommunale Träger letztes Jahr nur eine Anlage reali­siert, obwohl das mit den kommunalen Klimazielen null zusammengeht. « Der ansonsten ruhige Solar­Aktivist wirkt nun ungeduldig. » Wir brau­chen Geschwindigkeit, Partizipation und Kreativität. Warum nicht die unverschatteten Autobahn­Schallwände mit Modulen vollpacken? Oder die Autobahnen selber? Module drüber! «

Gibt es ein Zuviel?

Sie sind nicht so umkämpft wie Windräder, doch auch Solarparks werden von (oft vermeintlichen) Umweltschützenden kritisiert. Ihre Produktion setze Umweltgifte frei, erfordere massiven Ressourcenabbau und Freiflä­chen­Photovoltaik verschatte Wiesen, deren Artenvielfalt dann absinke. Tatsächlich aber nimmt die Biodiversität zu, wenn eine Fläche der inten­siven Landwirtschaft entnommen und umzäunt wird. Vor allem boden­ brütende Vögel freuen sich über den Schutz. Gleichzeitig bieten erhöhte Freiflächen­Anlagen eine Nutzungsmöglichkeit für sensible Flächen wie wiedervernässte Moore. Was die Produktion angeht: Solarzellen werden zwar nicht aus Feenstaub hergestellt, aber das ist bei fossilen Energieträ­gern ebensowenig der Fall. Im Gegenteil, die Emissionen, die für die Be­reitstellung von Kohle oder Gas­Energie frei werden, übersteigen die der Photovoltaikanlagen um ein Vielfaches. Ein weiterer Kritikpunkt ist die dezentrale Einspeisung und die viel diskutierte Netzstabilität, aber auch hier wurden Probleme aufgebauscht: » Hat man in einer Straße 50 Häuser und darunter zwei Dachsolaranlagen sowie zehn Balkonmodule, ist das kein Problem. Hätte jedes Haus eine Solaranlage, müsste das Netz natür­lich angepasst werden «, so der Physiker Gutsche. » Gleichzeitig werden Stromspeicher wie Batterien immer besser und günstiger «, ergänzt Sie­gel. » Dank Speicher und höherem Eigenverbrauch für das Auto oder die Heizung wird künftig im Schnitt vermutlich weniger eingespeist werden. «

Bliebe noch der Fachkräftemangel zu lösen, damit Solarzellen in mehr und mehr Straßen zu sehen sind. Immerhin sind Dächer von 14 Millionen Einfa­milienhäusern verfügbar. » Wir lassen ganz bewusst Menschen ohne techni­sche Erfahrung reinschnuppern «, erzählt Gutsche. » Das nimmt Ängste und stärkt auch das Selbstbewusstsein. Ein gewisser Handwerker:innen­Stolz und eine ordentliche Bezahlung sind nötig, damit die Jobs im Ansehen stei­gen «, erzählt der Bremer, der selber stets im Blaumann zur Arbeit geht.

Auch die Bezahlung von Auszubildenden gehört ordentlich angehoben. Die Energieelektronik-Ausbildung dauert über drei Jahre und wird zunächst mit knapp 600, dann knapp 900 Euro brutto vergütet.

Text: Marius Hasenheit
Bild: VD Photography auf Unsplash

Handeln

Stecker-Solar-Simulator der HTW
Dieser Rechner zeigt, wie viel extern bezogener Strom und Geld sich mit einem Steckersolargerät am Balkon, an der Hauswand oder auf dem Dach einsparen lässt.
transform-magazin.de/htw

Musterbrief zur Anmeldung eines Balkonkraftwerks
Viele Stromversorger stellen für die Mitteilung Formulare bereit. Oder: Die Vorlage der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie ausfüllen.
transform-magazin.de/ndr1

Übersicht über Balkonkraftwerke
Diese Seite der Verbraucherzentrale macht Mut, selbst Energieerzeuger:in zu werden.
transform-magazin.de/vz

Koblenz: Hochschule gibt Balkonmodul-Workshops
Professor Johannes Stolz von der Hochschule Koblenz richtet Mitmach-Workshops über Photovoltaik-Module auf dem Balkon aus.
transform-magazin.de/swr1

Quellen

Was behindert die Energiewende?
70.000 Solarjobs wurden 2013 aufgekündigt. In der Windenergiebranche verloren 48.000 Menschen ihre Jobs.
https://transform-magazin.de/dw1

Emissionen in der Produktion
Die Emissionen, die für die Bereitstellung von Energie aus Kohle und Gas frei werden, übersteigen die der Photovoltaik um ein Vielfaches.
transform-magazin.de/carb

Stellungnahme Kohleausstieg
Stellungnahme für die öffentliche Anhörung zum Thema Kohleausstieg im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages von Prof. Dr. Volker Quaschning.
transform-magazin.de/vol

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